Teil eines Werkes 
3. Band (1861)
Entstehung
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Hausweſen, dem ſelbſt oft jede Bequemlichkeit, noch mehr jeder Reiz gebrach. Im Vergleich zu den Woh⸗

nungen in den Städten, namentlich den Reichsſtädten

und nun zumal mit dem weit vorgeſchrittenen Nürn⸗ berg, waren die Einrichtungen auf den Ritterburgen von einer Rohheit, die eben nur von Denjenigen erträg⸗ lich gefunden werden konnte, die nie Beſſeres gekannt hatten. Die Frauen waren nur bei großen Feſtlich⸗ keiten als die reizendſte Krone derſelben geehrt da⸗ heim mußten ſie den Rittern dienen, ihre Launen und Unbilden ertragen und in ihrer Abweſenheit blieb ihnen keine andere Unterhaltung als mit den Mägden zu ſpinnen. Kein Wunder nun, daß Amanda im vor⸗ geſchrittenen ſchmucken Nürnberg ſich gefiel, denn wenn auch die Frauen dort, die großen Feſtlichkeiten abgerech⸗ net, auf's Haus beſchränkt und von den Männern, wie der Rath ſich gerne ausdrückte,im Zaum gehalten, ſo hatten ſie durch ihre erhöhte Bildung und die allge⸗ mein verfeinerten Lebensformen doch ganz andere Un⸗ terhaltungsſtoffe als die Ritterfräuleins die nur um ihren Neid zu verbergen, den Stolz zu Hilfe rie⸗ fen, trotz alledem hochmüthig auf ſie herabzublicken. Amanda's Wunſch war erfüllt worden ſie hatte Anna und Iſolde von Weichsdorf kennen gelernt. Sobald als die Wunde an ihrem Arm ihr erlaubt