Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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und erinnert Euch der einzigen deutſchen Hofdame, welche die patriotiſche Italienerin damals um ſich duldete? bei Euch, einem Günſtling des Kaiſers, ſucht eine Günſtlingin der Kaiſerin Schutz und Recht— ſucht ihn bei dem wohledlen Rathe dieſer freien Reichs⸗ ſtadt, ſucht ihn auch bei Euch, Herr Schultheiß von Weichsdorf“— und indem ſie das ſagte, wendete ſie ſich an dieſen mit einem ganz eigenthümlichen, halb lauernden, halb holdſeligen Lächeln, daß ihm ganz ſonderbar zu Muthe ward, und dann wieder auf Ulrich deutend, ſchloß ſie,„zunächſt aber führte mir der Him⸗ mel einen Schützer zu in dieſem——“

Sie konnte nicht vollenden, denn von allen Seiten hatte man ſie achtungsvoll umringt; Pirkheimer küßte ihre Hand und ſagte:„Fräulein Amanda! wer ſollte Euch jemals vergeſſen!— hier iſt meine Schweſter Euſebia, mein Haus ſteht Euch offen für alle Zeit— aber Ihr ſeid verwundet, wir wollen nach einer Sänfte ſenden, daß ihr gemächlich in die Stadt kommt— und hier iſt Platz, bis dahin zu ruhen— aber wie kommt Ihr hierher— wer ſind Euere Verfolger? was ſoll mit dieſen geſchehen?“ fragte er zuletzt auf den Reiſi⸗ gen deutend, den einige Bürger umringt hatten.

„Es iſt ein Diener von Schloß Birbaum,“ ſagte Amanda,„und hat nur ſeine Schuldigkeit gethan,