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„Was gibt es hier?“ rief die Fremde erſchrocken.
„Dort iſt der Schultheiß von Nürnberg!“ rief Ulrich laut und ſprang vom Pferde—„wer eine Klage auszuſprechen oder ein Recht zu begehren hat, dem wird er auch hier auf offener Landſtraße Gehör ſchenken!“
Einer der Knappen, welche der Dame gefolgt waren, wich zurück, der andere aber trat keck hervor und ſagte, auf Ulrich deutend:„Dieſer Menſch da, den man ſeiner Kleidung nach für einen ehrſamen Baubruder halten ſollte, hat das Fräulein aus Bir⸗ baum, dem Schloſſe Wolfſtein's, mit Liſt und Gewalt entführt.“
„Welche Lüge, frecher Bube!“ rief Ulrich;„ich kenne die Dame nicht und ſah ſie vorhin zum erſten Male, als ihr Pferd ſie wahrſcheinlich abgeworfen.“
„Hoho!“ unterbrach ihn der Reiſige!„Ihr ſie nicht kennen! ich habe deutlich gehört, wie ſie Euch bei Eurem Taufnamen Ulrich genannt hat.“
„Seid Ihr nicht der kaiſerliche Rath Willibald Pirkheimer?“ rief jetzt das Edelfräulein, ſich an die⸗ ſen wendend, nachdem ſie ſich durch Ulrich hatte vom Pferde helfen laſſen,„habt Ihr auch meinen Namen vergeſſen, ſo ſaht Ihr mich doch wohl im Gefolge der Gemalin unſeres gnädigen Kaiſers Blanka Maria
1561. AIx. Die Schultheißentöchter von Nürnberg. I. 13


