Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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S.

darum gewickelt, noch ſeinen Ledergurt, den er eilends abband und mit dem Schwert zerhieb, zu einer Schiene darum machte. Eine ſchwarze, goldgeſtickte Schärpe, die ſie ſelbſt um den Leib trug, knüpfte er ab und wand ſie ihr um die Schulter, daß ſie den Arm darin als in einer Binde tragen konnte. Erhard war ihm dabei behülflich, denn allmälig ermattete die Dame doch unter dieſer ſchmerzhaften Prozedur, wie ſehr ulrich auch bemüht war ſie nur ſanft zu berühren, wo nicht die höchſte Nothwendigkeit gebot, anders zu verfahren. Er hatte ihr Haupt mit ſeinem Knie ge⸗ ſtützt— ohnmächtig ſank ſie darauf zurück.

Erhard erſchöpfte ſich in Muthmaßungen, wer die Fremde ſein, wie ſie hierher und in dieſem Zuſtand gekommen ſein mochte, indeß Ulrich nur daran dachte, wie ihr weiter zu helfen.

„Wir treffen hier faſt auf kein Haus bis an die Thore von Nürnberg,“ ſagte er,„über eine Stunde vergeht und es wird faſt ganz dunkel, ehe wir ſie fort⸗ bringen können— ſieh' zu, ob du unſere andern Be⸗ gleiter herbeirufen kannſt— wir ſetzen ſie dann wie⸗ der auf ihr Pferd und geleiten es alle vier— die Gürtel können wir hinter ihr gekreuzt als Lehne hal⸗ ten, daß ſie nicht herabfällt.“

„Aberich bitte dich, ein ſolcher Aufzug! ſagteErhard.