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„Sollen wir uns wie der Phariſäer betragen und den Hülfloſen am Wege liegen laſſen, weil wir Bau⸗ brüder find?“ fragte Ulrich.
Erhard entfernte ſich einige Schritte und rief laut die Namen der Genoſſen in den Wald, ließ auch einen durchdringenden Ffiff ertönen.
Indeß richtete ſich die Dame wieder auf:„Gebt mir Euern Arm,“ ſagte ſie,„ich bin nicht ſo ſchwach, ich kann ſtehen und weiter reiten.“
Er half ihr auf—„Ihr wollt doch gegen Nürn⸗ berg?“ fragte er.
„Ja,“ ontwortete ſie und ſtreichelte den Hals ihres Thieres— er half ihr ſeinen Rücken beſteigen, aber ſie ſank, von der Anſtrengung erſchöpft, mit dem Oberkörper vor auf ſeine Mähnen, der Zelter bäumte ſich unruhig von dieſer ungewohnten Laſt.
„Ihr müßt mit mir aufſitzen!“ ſagte ſie zu Ulrich, „ich bin doch noch zu ſchwach.“
Einen Augenblick zögerte er doch— endlich ge⸗ horchte er ihr— Erhard machte eine Bewegung des Schreckens, noch kamen die Gefährten nicht.
Ulrich nahm die Zügel, die ſchöne Fremde lehnte erſchöpft an ſeiner Bruſt— er lenkte langſam zur Landſtraße hin.
„Schneller!“ ſagte ſie und kitzelte mit der freige⸗


