Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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ſteinen hielt, lag zur Seite geworfen, und ſo fielen ihre rabenſchwarzen Locken unbehindert über ein blei⸗ ches Geſicht von Energie und ſtolzer Schönheit. Ihre rechte Hand hielt einen blitzenden Dolch.

Als ſie Männertritte hörte, verſuchte ſie ſich ein wenig aufzurichten und ſagte dann, den Dolch etwas erhebend:„So viel Kraft hab ich noch, mich ſelbſt zu tödten!“

„Da ſei Gott vor, edles Fräulein!“ rief Ulrich, „ließet Ihr denn nicht einen Hülferuf ertönen? wir tommen nur ihm folgend— Ihr ſeid verwundet— allein?—“

„Wo iſt Euer Gefolge— wie kommt Ihr in dieſe Lage?“ fragte Erhard gleichzeitig.

„Rechenſchaft zu geben hab' ich Euch nicht, ant⸗ wortete ſie verweiſend,„holt mir Waſſer für mich und mein Thier!“ Erhard ging zu gehorchen, da er wußte, daß dem Pfad, den ſie gekommen, ein Bäch⸗ lein zur Seite lief, obwohl er etwas zweifelhaft war, ob ſein Filzhut auch genug Flüſſigkeit faſſen würde.

ulrich aber ergriff das Pferd am Zügel und ſagte: „Erlaubt, daß ich Euern Zelter an den nächſten Baum binde, bis Ihr ihn zu beſteigen vermögt, damit Ihr

eine andere Stellung annehmen könnt, und daß ich

Eure Wunde verbinde.“