Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

186

Ohren gedrungen wäre. Daß der Ton aus dem Walbe

kam, hörte man wohl, ob aber mehr hinter oder vor dem Pfade, den die Wandernden eingeſchlagen, war nicht recht zu unterſcheiden, da die Entfernung eine beträchtliche ſein mochte und das dichte Gebüſch die

Töne dämpfte und zerſplitterte. Die Baubrüder

theilten ſich darum, nach verſchiedenen Seiten ſpähend, und ein Jeder folgte der Richtung, in der er glaubte, den Ruf vernommen zu haben, der faſt geklungen hatte wie ein letzter, in Verzweiflung und Kraft⸗ loſigkeit erſterbender Schrei.

Als Ulrich und Erhard, die zuſammen gingen, weiter kamen, wo der Fußpfad, den ſie eingeſchlagen, auf einen breiteren Weg führte, der dieſen Namen nur in ſo weit verdiente, daß er ſo breit als ein paar

Pferde Platz brauchten neben einander zu gehen, durch

den Wald gehauen war, gewahrten ſie eine Dame in einem grünen, mit Gold und Schwarz geſtickten Jogd⸗ kleid, das an der einen Seite bis faſt zur Hüfte durch eine goldene Agraffe aufgenommen war und ein weißes Unterkleid ſehen ließ, am Boden liegen. Ein weißer, prächtig geſchirrter Zelter neigte ſich über ſie und leckte ihren weißen Arm, an dem ſich ein blu⸗ tiger Streifen zeigte. Ein graues Hütchen mit langen

weißen Federn, die eine Agraffe von Gold und Edel⸗