Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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rechteten„Geſchlechtern“ Nürnbergs einverleibt ſah. Gleich den meiſten Parvenues drängte er ſich nun gerade an die Vornehmſten, hielt ſtrenger als ſie auf Alles, was zu den Vorrechten ſeines neuen Standes gehörte und fühlte ſich darum viel leichter in ihren Beſitz angetaſtet als Diejenigen, die durch ſo lange Jahrhunderte mit ihnen verwachſen waren, daß es ihnen gar nicht in den Sinn kam, dieſelben angezwei⸗ felt zu ſehen. Er wiederholte daher jetzt empfindlich: „Wir wiſſen ſchon was ſich geziemt und daß es edie Sitte in Nürnberg iſt, fremden Gäſten vor den hei⸗ miſchen den Vorzug zu geben und wollen darum auch nicht glauben, eine ehrenwerthe Nürnbergerin zöge den adeligen Ritter als ſolchen einem Nürnberger Patrizier vor.“

Anna verſtand wohl, was dieſe Rede gerade für ſie bedeuten ſollte,— ihre geiſterhafte Bläſſe wich einer momentanen Röthe, aber ſie antwortete nur mit einer leichten, höflichen Handbewegung, indeß Wilsko von Helffenburg lächelnd ſagte:

„Gewiß habt Ihr nicht Urſache mißgünſtig zu ſein, da mir das Glück ſolcher Nachbarſchaft bei der Tafel nur einmal wird, da ich nur kurze Zeit hier weile, indeß die Bewohner einer Stadt ſich ja leicht öfter zuſammenfinden. Doch will mich auch bedünken,