Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Ihr wiſſet ſolch' ein Glück minder zu ſchätzen— denn wenn nicht mein hochwürdiger Herr die Ordnung dieſer Tafel geändert, Ihr hättet ruhig die edlen Da— men am unterſten Ende der Tafel ſitzen laſſen, wohin ſie nicht allein weibliche Beſcheidenheit, ſondern die un⸗ galaute Sitte dieſer vornehmen Herren von Nürnberg,

die ſich ſo feiner Bildung rühmen, verwieſen.“

„Wir ehren unſere Frauen beſſer als mit galan ten Aeußerlichkeiten, durch die Ihr und Eures Glei chen ſie nur vergiften könnt!“ rief Martin Löffelholz, um den doch etwas unbeholfenen Harsdörfer zu un⸗ terſtützen und dabei einen verwundenden Pfeil auf Anna abzuſchießen. Auch der einſtige Bewerber war gekommen, weil er ſich bei dem Biſchof bemerkbar machen wollte und auch annehmen durfte, daß er durch ſein Nichterſcheinen dem Gerüchte, daß ihm Anna einen Korb gegeben, die ſicherſte Beſtäti gung gäbe.

Herr Martin Geuder von Hersbruck, der jetzt re gierender Bürgermeiſter war, hatte nicht ſo bald den beginnenden Wortwechſel gehört, als er hinzueilte um zu ſchlichten, zu vermitteln;— er, ein beſonderer Schützer der humaniſtiſchen Studien, ein Bewunde⸗ rer der Griechen und Römer in den Werken ihres