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höhere Geiſtlichkeit der Stadt war gleich den vor⸗ nehmſten Mitgliedern des Rathes zugegen.
Im Hauſe des Schultheißen hatte man Alles auf⸗ geboten, ſo ſeltene und zahlreiche Gäſte würdig zu em⸗ pfangen. Treppen und Säle waren mit Fahnen, Wappen und unzähligen Werken nürnbergiſchen Kunftfleißes auf's Sinnigſte drapirt und die mit loſtbaren Servicen und Trinkpokalen reich beſetzte Tafel ließ ſchon darauf ſchließen, daß ſo herrliche Gefäße auch nur für einen trefflichen Inhalt beſtimmt ſein konnten. Frau von Weichsdorf erſchien in ein ſtrahlendes, mit goldenen Fäden durchwirktes Gelb gelleidet, mit ſchwarzem Pelz beſetzt, dazu überladen mit Putz und Flitter, wie er am wenigſten für ihre hagere Geſtalt wie für ihr Alter ſich eignete. Dazu geriethen die Schnäbel ihrer Schuhe oft mit ihrem Gewand in eine für die Trägerin höchſt unbequeme Colliſion.
Nach Rürnberger Sitte wollte ſie am unteren Ende der Tafel zwiſchen ihren Töchtern Platz neh⸗ men, obwohl für alle Drei eine ſolche Anordnung höchſt peinlich war, aber der galante Biſchof, der in Italien mit einem feineren Brauch vertraut geworden, begnügte ſich nicht damit, ſie als ſeine angenehme Wirthin zu begrüßen, ſondern führte ſie ſelbſt zur


