besgeheimniß geradezu verrathen, doch ahnen laſſen, daß ſie ihn wohl von einer andern Seite kennen möge als nach der man ihn beſchuldigte— ſeitdem war auch der Vater mißtrauiſch geworden, und die Stief⸗ mutter ſelbſt ſuchte am eifrigſten unter den Leuten auszubreiten, daß„die Töchter ihres Gemals“ es vorzögen auf heimlichen Wegen mit übermüthigen Rittern zu verkehren, ſtatt einem Nürnberger Patrizier die Hand zu geben— weßhalb denn dieſe nun auch von keinem mehr begehrt werden würden,
Auf dieſe Weiſe hatte ſie auch immer mehr Gift im eigenen Hauſe um ſich geſtreut und ſelbſt die nur langſam geneſende Anna nicht geſchont. Gleich dieſer war inzwiſchen auch Iſolde nicht aus dem Hauſe ge⸗ kommen, außer in die Kirche oder zu einem Beſuch in's Klarakloſter— bei keiner öffentlichen Feſtlichkeit erſchien ſie mit, auch nur ſelten an der Familientafel, wenn die Verwandten oder Freunde der Hausfrau zu Gaſt waren.
Zum erſten Male denn ſeit langer Zeit erſchie⸗ nen die Töchter des Schultheißen mit bei einem Feſt⸗ banquett, das zwar in deſſen Hauſe ſelbſt ſtattfand, aber doch einen mehr öffentlichen Charakter trug, denn mit dem Schent von Limburg war ein ſtattliches Ge⸗ folge von Geiſtlichen und Rittern gekommen und die


