Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22

treten, aber doch nicht darauf gejagt hatte, und daß er Herrn Löffelholz auf offener Gaſſe der Stadt beſchimpft und ſich darauf den Dienern der Gerechtigkeit zur Wehre geſetzt habe— daß er früher ſchon frevelhaften Straßenraub zu wiederholten Malen verübt und„Ab⸗ ſagebriefe“ geſchickt, die ſeit Stiftung des„ewigen Land⸗ friedens“ verboten waren, jedoch konnte man ihn nicht durch Zeugniſſe Anderer noch ſonſt überführen— und ſo zögerte man ein Urtheil zu fällen, da es eben nicht wohl eines ſein konnte, das ihn„vom Leben zum Tode beförderte.“ Mochte er indeß im Loch kampiren bei Waſſer und Brot, vielleicht machte er noch Geſtänd⸗ niſſe oder fanden ſich noch andere Anklagen wider ihn. Um ſich an Wolſſtein zu rächen, der, wie ſich Jauern⸗ berg ausdrückte, ihn„ohne Beiſtand hatte im Straßen⸗ ſchmutz ſitzen laſſen“ und von deſſen inniger Liebe zu Anna er nichts wußte, hatte er ausgeſagt, daß dieſer die Töchter des Schultheißen unziemlich auf den Buchenklingen verfolgt und auch ſonſt ſich allerlei Un⸗ bilden daſelbſt erlaubt habe. Iſolde und Anna waren nun nochmals, wenn auch aus Rückſichten für ihren Vater und noch mehr auf Anna's Krankheit, die dieſer noch nicht geſtattete das Zimmer zu verlaſſen, über die Ritter verhört worden, und Letztere hatte in ihrem Eifer Wolfſtein zu entſchuldigen, wenn nicht ihr Lie⸗