Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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er ſchwiege, weil er ein lebhaftes Geſpräch und zumal ein ſolches in einem Feſtzuge nicht angemeſſen fand. Aber Erhard flüſterte nach kurzer Pauſe weiter:

„Von dem hochwürdigen Biſchof mag ich nichts Uebles denken noch ſagen, ich habe auch nichts der Art von ihm gehört, und ich will gerne glauben er hul⸗ digt im ſchönen Geſchlecht nur der zarteren Sitte, dem frömmeren Sinn und der feineren Bildung, wofür ja auch ſpricht, daß er gerade nur gern mit gelehrten Frauen umgeht, die ſonſt von ſinnlichen Männern ge⸗ flohen werden.“

„Deine Rede klingt doch, als ſollte ſich noch ein „Aber“ daran knüpfen,“ warf Ulrich hin.

Von der ſtolzen Iſolde von Weichsdorf hat man immer nur gehört, daß ſie eine ſpröde Männerfeindin. ſei und nicht heiraten wolle— und doch hat man ſie nächtlicher Weile aus einem Fenſter der Propſtei ſtei⸗ gen ſehen— dein Oheim, Herr Anton Kreß, iſt ftei⸗ lich ein Verehrer mit grauem Haar— du weißt das aber am Ende beſſer als ich?“

Ulrich ſchwieg wieder zu Erhard's Bericht— ja wohl wußte er es beſſer— lebendig ſtand jener Augen blick vor ſeiner Seele, indem er bei ſeiner Rückkehr nach Nürnberg Iſolde zuerſt und allein bei dem Propſt geſehen hatte— wie ſie dann geflohen, verſchwunden