trat, empfingen ihn die Geiſtlichen der Stadt. Koſt⸗ bare Teppiche waren vor dem Thore ausgebreitet, darauf ſtanden kleine Altäre mit Sammt behangen, auf denen in ſilbernen Schreinen die Heilthümer
(Reliquien) ruhten, welche die Kirchen beſaßen, und
die an hohen Feſttagen oder wenn ein großer Ablaß verkündigt war, vor dem Volke ausgeſtellt wurden. Auch der Propſt Kreß ſtand mit unter den Geiſtlichen, zu denen jetzt der Biſchof auf den Teppich trat und von ihnen in einer feierlichen Anſprache empfangen ward. Der Abt von St. Egydien beſtrich hierauf den Biſchof mit dem Heilthum und dann ordnete ſich der Zug zur großen Prozeſſion.
Im Geleite der geſammten Geiſtlichkeit und des ganzen Rathes, unter einem prachtvollen Thronhim⸗ mel, ſchritt der Biſchof zur Kirche St. Sebald. Eine unabſehbare Menge ſchloß ſich dem Zuge an, die Baubrüder und ſämmtliche Zünfte mit ihren Fahnen und Zunftzeichen, dazwiſchen Pfeifer und Spielleute. Die Söldner und Stadtknechte machten nach beiden Seiten Platz, damit die drängenden Zuſchauer zu⸗ rückgehalten wurden.
Plötzlich entſtand eine Störung eigenthümlicher Art— ſtatt nämlich wie vorher und wie es bei einem ſich fortbewegenden Zuge immer zu geſchehen pflegt,
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