Trotz der winterlichen Kälte wogte nicht nut eine erwartungsvolle Menge durch alle Straßen und Gaſſen, die vom Rathhaus bis zum Thiergärtnerthor ſich erſtreckten, ſondern auch viele Fenſter waren ge⸗ öffnet und nach venetianiſcher Art mit koſtbaren Tep⸗ pichen belegt. Die geſchmückten Frauengeſtalten, die
darin lehnten, verriethen durch ihre Tracht, die häufig Hals und Arme bloß ließ, wie durch ihr blühendes Ausſehen, daß die großen Kamine in den Zimmern ihre Dienſte thaten und einen mächtigen Eichenklotz nach dem andern verſchlangen.
Es war am 15. Januar 1509 als der Schenk von Limburg, Georg III., zum erſten Male nach Nürn berg kommen wollte, das zu ſeiner Diözeſe gehörte. Seit 1505 ſaß er auf dem Biſchofſtuhle zu Bamberg und man begann ſchon es ihm übel zu vermerken, daß .
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er noch nicht in die ſtolze Reichsſtadt gekommen war. Ja man fühlte ſich gerade darum um ſo mehr verletzt, als man in ihm einen Mann verehrte, der ſich auf die Höhe ſeiner Zeit geſtellt hatte und der geſammten Geiſtlichkeit zu einem leuchtenden Vorbild dienenkonnte. Er war ein eben ſo gelehrler als geiſtreicher Herr, beſeelt von echter Humanität und einer aus ihr noth⸗ wendig hervorgehenden Toleranz.
. Mit ſolchen Leuten in Verbindung zu ſein, ſie


