1. Einzug des Schenk von Limburg.
Ein heller Wintertag hatte Nürnberg's Straßen und Plätze in ein wunderſam feſtliches Gewand ge⸗ hüllt. Nicht nur daß die Straßen glatt und rein⸗ lich gefroren waren und ein wenig friſch gefallener Schnee ſein glänzendes Weiß über ſie und noch ſtrah⸗ lender über die Dächer der Häuſer gebreitet hatte, auch ſtattliche Fahnen wehten von ihnen herab, die meiſten blau und golden in den Farben des Stadtwappens, andere daneben in mannigfacher Bedeutung und hoch über alle hinweg von der Heiligen⸗Geiſt⸗Kirche herab, die das Recht hatte, die deutſchen Reichskleinodien aufzubewahren(ſie ruhten in einer ſilbernen Kiſte mit eichenem Gehäus), das ſchwarz⸗roth⸗goldene Reichs⸗ banner, das Allen das gemeinſam heilige. Von allen Kirchen flatterten dazu ſchön gewirkte und gemalte Kirchenfahnen mit goldenen Quaſten und Trotteln.
1861. XIX. Die Schultheißentöchter von Nürnberg. II. 1


