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und würdigte den Rathsherrn weiter keines Blickes— mit verbiſſenem Ingrimm ſah ihm dieſer nach und wußte nicht, ob er ihn ſollte ziehen laſſen oder weiter mit ihm anknüpfen.— Er hatte gar wohl die Beiden erkannt, mit denen er ſchon an der langen Brücke um Jerta's willen Händel gehabt, als ihm die zuſchauende Dirne, die ſich als eine ſeiner Bekannten aus früheren Zeiten berechtigt fühlte im vertraulichen Tone mit ihm zu reden, ihm die Namen der Baubrüder und des Malerjünglings genannt. Er konnte darum wohl auch annehmen, daß fie ſich jenes Zuſammenſtoßes erinnern würden— aber was war es denn in ſeinen Augen auch weiter, wenn ein Mann wie er ein hübſches Kind auf der Straße anhielt, oder vielmehr auf einer Brücke, die zur Dämmerungszeit faſt nur von verrufenen Frauenzimmern betreten ward? Indeß hatte ihm Jerta's jungfräuliche Lieblichkeit ſo gefallen, daß er bald alle möglichen Erkundigungen über ſie einzog, die alle nur zu ihrem Lobe und darum für ſeine Ab⸗ ſichten wenig ermuthigend waren. Eben ſo vergebliche Schritte hatte er gethan ſie wieder zu ſehen oder ſich ihr zu nähern, bis er endlich, davon ermüdet, wieder zu der ſchönen Gerhaus leid enſchaftlicher als je zu⸗ rückkehrte und gleichſam, wie um ſie und ſich ſelbſt zu entſchädigen, mit dem Antrag herauszi te, ſie ganz in


