Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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Sie ſuchte ſich zu faſſen, indem ſie ihren Mantel abwarf, und die gewohnte Attitüde annuhm— aber ſie zitterte, wie ſie in ihrer Stellung beharren wollte.

„Ihr braucht Euch keinen Zwang anzuthun,“ fuhr Dürer milde fort,„ich habe nur noch den geſenkten Arm zu malen, in einem Stündchen ſeid Ihr erlöſt. Nun ſagt noch einmal, ob ich Euch lieber bezahlen ſoll wie Andere, oder noch ein Bild von Euch liefern?“

„Ich nehme kein Geld!“ rief ſie haſtig;„ich habe es Euch ſchon oft geſagt, ich bin ſtolz auf die Ehre, die mir durch Euren Meiſterpinſel widerfahren.“

„So werde ich Euch noch einmal malen,“ antwor⸗ tete er,„aber nicht antikiſch, ſondern wie Ihr Euch kleidet, wenn Ihr Eure Fiſche feil haltet.“

„Nein, ſo gewiß nicht,“ fiel ſie ihm in's Wort, „dann lieber gar nicht!“

„Ei, ei, Ihr werdet Euch doch nicht Eures ehr⸗ ſamen Gewerbes ſchämen?“ ſagte der Meiſter,„ein Anderes iſt es, wenn Ihr mir als Modell dient, wen ich aber conterfeie, den male ich in ſeiner gewohnten Tracht.“

„Ich will ja auch ſchon in ihr erſcheinen,“ ſagte Gerhaus niedergeſchlagen.„Wann ſoll ich kommen?“

„Etwa in acht Tagen— bis dahin hab' ich eine andere Arbeit, die ich um der Zahlung willen fördern