Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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ruhig ſein Krämlein ſchließen. Oft kam allerdings ſolch' eine Meſſallianz nicht vor im zunft⸗ und kaſten⸗ reichen Nürnberg— aber einzelne Fälle gab es doch und damit die Hoffnung, auch zu ſolchen Ausnahmen zählen zu können. ₰

In Gerhaus ſelbft blitzte ein ähnlicher Gedanke auf. Für ſie war der Glanz und Schimmer der Vor⸗ p nehmen immer verführeriſch geweſen. Wennſie manch⸗ mal eine hagere und häßliche Patrizierin in koſtbaren Stoffen und mit dem funkelndſten Schmuck beladen ſtolz an ſich vorüberrauſchen ſah, dachte ſie immer: wie wenig nützt ihr dies Alles und wie ganz anders würde es zu den eigenen üppigen Formen und dem jugendfriſchen Antlitz ſtehen! Welch' eine Wonne für ſie dieſe Uebermüthigen zu demüthigen, ſich ihnen gleich zu ſtellen! Bisher war es nur Gehorſam gegen ihren Vater geweſen, was ſie dahin gebracht hatte, beſonders in der Gegenwart desſelben, dem zudring⸗ lichen Löffelholz freundlich zu begegnen, aber ſie hatte nur Duldung, keine Erwiderung gezeigt jetzt auf einmal blickte ſie ihn feurig an und ſagte:„Gleich einer gemeinen Dirne würde ich niemals zu Euch ge⸗ hen, kann ich aber in einer gewiſſen Stellung bei Euch wohnen, daß mir von den andern Leuten Eures