Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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„Und du bekommſt gar Nichts dafür?“

„Ihr wißt ja— ich erklärte, daß ich es um Geld nicht thue— er hat mir aber verſprochen, mein Por⸗ trät für mich zu zeichnen.“

„Wenn er Wort hält, läßt ſich vielleicht ein leid⸗ licher Handel damit machen, nur muß es ſo ſein, daß es den Männern gefällt. Herr Martin Löffelholz kauft es gewiß.“

Gerhaus verſchloß den Zorn in ſich, den in ihr dieſe Worte erregten. Sie wußte gewiß, daß ihr dies Bild um keine noch ſo große Summe feil ſein würde, nicht weil es ſie ſelbſt darſtellte und weil ſie etwa vor der Vorſtellung geſchaudert hätte, ſich ſelbſt und viel⸗ leicht noch dazu in herabfallenden Gewändern gemalt, in fremden Händen und allen lüſternen Blicken aus⸗ geſetzt zu ſchen— gegen ſolche Empfindungen zarter Scham war ſie bereits abgeſtumpft— ſondern, weil es ein Werk von Dürer's Händen war, das ſie als ihren höchſten Schatz und Stolz bewahren wollte. Aber ſie hütete ſich wohl, jetzt ſchon durch eine be⸗ ſtimmte Erklärung ihren Entſchluß zu verrathen und den Widerſpruch ihres Vaters herauszufordern. Sie vemerkte nur mit bitterem Lächeln:„Herr Martin Löffelholz ſcheint ſchon Geſchmack an einem andern Bilde zu finden— wenn auch aus der Heirat mit