Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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aufzublicken geziemt als zu den Heiligenbildern, die er für die Kirche malt.“

„Ho ho!“ antwortete der gemeine Vater:„Du rechneſt es ihm wohl als Verdienſt an, wenn er deine enthüllten Reize konterfeit und nicht in Verſuchung dadurch gerieth? Es wird ihm etwas Alltägliches ſein! Und er würde ſchön ankommen bei ſeiner Ehehälfte, die ihn gehörig unter dem Pantoffel hat, wenn ſie gerechte Urſache zur Eiferſucht hätte— grün wird ſie dir ſo nicht ſein?“

„Gewiß nicht,“ antwortete Gerhaus ſchnell, um auf ein anderes Thema zu kommen,„ſo wenig als ich ihr. Seit ich dort aus⸗ und eingehe, weiß ich erſt, daß Alles wahr iſt, was die Leute von ihrem Geiz und ihrer Härte erzählen— die hätte einen Mann ver⸗ dient, der ſeine Frau alle Tage prügelt, wie es de⸗ ren genug in Nürnberg gibt, auch unter den Ge⸗ ſchlachtern— aber keinen ſanften Dürer.“

„Wie oft wirſt du ihm noch ih müſſen?“ ſtohte der Händler ungeduldig.

„Ich weiß es nicht gewiß— ich denke doch noch ein paarmal,“ antwortete Gerhaus ſeufzend und man konnte es an dem gepreßten Ton ihrer Stimme be⸗ merken, daß ſie mit Schaudern an die Zeit dachte, wenn dieſe Sitzungen vorüber wären.