Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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derte:„Meinetwegen! ſeit mich Meiſter Dürer con⸗ terfeit, weiß ich es doch anders, und was er mir ſagt, gilt mir mehr als was alle andern Männer reden!“

„Was!“ rief der Händler, und indem er näher auf ſie zutrat, ſtand er mit den in die Seiten ge⸗ ſtemmten Händen, daß beide Ellenbogen in ſcharſen Ecke herausſtanden, drohend vor ihr:„Du haſt dich wohl in die langen Locken und das fromme Chriſtus⸗ geſicht des Malers vernarrt und verſchwendeſt an dem Hungerleider, der kaum aus der Hand in den Mund zu leben hat, was uns bei manchem reichen Rathsherrn Geld und allerlei Vortheile eingebracht hätte. Ja daran hab'ich wahrlich nicht gedacht, daß der Meiſter, der ſo ehrbar und tugendhaft thut, die ſchönſten Mo⸗ delle nicht umſonſt malen wird. O was bin ich dumm geweſen, und erſt jetzt müſſen mir die Augen auf⸗ gehen!“

„Vater, Ihr irrt, Ihr läſtert!“ rief Gerhaus erglühend.„An mir dürft Ihr zweifeln, von mir dürft Ihr eher reden wie von einer gemeinen Buhle⸗ rin, denn Ihr habt Euch wahrlich Mühe genug gege⸗ ben, mich dazu zu machen— aber Meiſter Dürer dürft Ihr nicht anzutaſten wagen mit Euren unrei⸗ nen Händen, der iſt mehr noch als er ſcheint, ein Hei⸗ liger, ein Märthrer, zu dem es mit mehr Ehyfurcht