173
und es wohl gar gleich auf der Stelle unter ſchmeichel⸗ haften Redensarten für ſie zu verzehren. Indeß— Alles währt eben nur eine Zeit, die alten und jungen Herren, die ſchon zu verwöhnt oder ermattet waren um ſich viel Mühe um ein Frauenzimmer zu geben, das zwar die derben Späſſe ſeiner Anbeter ertrug, aber ſie ſonſt doch in gewiſſen Schranken zu erhalten wußte, wurden ihrer überdrüſſig und verloren ſich nach und nach wieder von ihrem Krämlein. Es war darum auch dem egoiſtiſchen Vater ganz recht, als Meiſter Dürer mit jenem Anerbieten, daß ihm das Mädchen als Modell ſitzen ſolle, gekommen war— wenn man das erführe oder das ſchöne Bild dann zu ſehen be⸗ käme, werde man wieder nach dem Original ſich um⸗ ſehen und das Fiſchgeſchäft einen neuen Aufſchwung nehmen. Jetzt aber ſchien es dem Händler zu ſehr in's Stocken gekommen zu ſein und er machte der Tochter Vorwürfe darüber, daß ſie es vernachläſſige, die Käu⸗ fer nicht mehr anlocke und ſtatt ihnen ſchalkhaft ent⸗ gegenzulächeln, oft mit einem Geſicht daſitze,„als wären ihr Fiſchgräthen im Halſe ſtecken geblieben.“ „Wenn du das oft thuſt,“ fuhr er fort,„ſo wird es bald ganz mit dem Rufe deiner Schönheit vorbei ſein.“
Gerhaus warf trotzig den Kopf zurück und erwi⸗


