Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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„Jedenfalls,“ meinte er,„könne er doch durch ihn et⸗ was von Anna erfahren und den Vorgängen in ihrem Hauſe, und eine Botſchaft an ſie gelangen laſſen.“

Er konnte in dem Baubruder doch Jemanden er⸗ blicken, der Iſolden's Vertrauen genoß und dem er wenigſtens einen Theil des ſeinigen um ſo mehr ſchen ken konnte, als ein freier Steinmetz ſonſt ganz außer⸗ halb der Kreiſe ſtand, mit denen ein adeliger Junker in Berührung zu kommen pflegte.

Nicht ſo ſchnell vermochte ſich Ulrich in dieſe ſon⸗ derbare Situation zu finden. Wer und was war ihm Iſolde? Eine hochmüthige patriziſche Jungfrau— die es dennoch nicht verſchmäht hatte, im Abenddunkel den äbelberufenen Propſt Kreß heimlich zu beſuchen— die Tochter des Schultheißen, die ihm ſelbſt hochfahrend begegnet war— aber freilich doch nur ſo lange bis ſie ſeinen Namen erfahren, dann hatte ſie ihr Weſen geändert— und wenn er ſich noch einmal ehrlich fragte, was ſie ihm war, ſo antwortete er mit einem tiefen Athemzuge; eine Nichte Eliſabeth's— ihr ähnlich, nur faſt geiſtig verklärter, vielleicht eine Erbin ihres edel⸗ ſten Weſens, wie ſie eine Erbin des koſtbarſten irdi⸗ ſchen Kleinodes war, das dieſe beſeſſen,— eine Erbin ihres Vertrauens, wie es ſchien, und— er dachte die⸗ ſen Gedanken nicht weiter. Er wollte nicht weiter