Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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„wenn ich Euch geſtört haben ſollte,— der Drücker ſprang auf, da ich am Pförtlein klopfte— aber ich ſpähte vergeblich nach Jemanden, der mich melden konnte.“

Im Augenblicke hatte der Propſt wirklich über die Freude, den Neffen wiederzuſehen, für den er immer eine väterliche Zuneigung empfunden, vergeſſen, daß ihm die Störung ſehr ungelegen war— jetzt kehrte ſeine Verlegenheit zurück— er hatte auf die baldige Wiederentfernung des Klopfenden gerechnet— und jetzt hatte ſich dieſer häuslich niedergelaſſen, die gaſt⸗ freie Einladung angenommen, und wenn auch ſein Gaſtzimmer im obern Stock bereitet ward, ſo war doch vorauszuſehen, daß er nicht unter ein paar Stun⸗ den die Ruhe ſuchen würde.— Nach einer Pauſe ſagte Anton Kreß„So ſcheint es, ich muß ſelbſt nachſehen, was mit meiner Haushälterin vorgegangen, es iſt immer noch dieſelbe Konrade, die du kennſt, aber ſie iſt nicht mehr wie ſonſt auf dem Plan— es iſt ſchlimm, wenn die Leute alt werden!“

Damit ging er hinaus, aber nicht durch die Ein⸗ gangsthür, ſondern durch die entgegengeſetzte in das Seitengemach, von dem Ulrich wußte, daß es keinen Ausgang hatte. Er hörte ihn drinnen leiſe flüſtern, ein Fenſter öffnen, Gewänder rauſchen.