Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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mich zuerſt zu überzeugen, ob Ihr noch ſo wohlauf wäret, wie ich Euch vor länger als einem Decennium verlaſſen, werther Oheim!“

Jetzt zog dieſer die kleinen Augen weit auf,— ſein Geſicht nahm mit dem Ausdruck froher Ueberraſchung auch wieder den der gewohnten Leutſeligkeit an, er trat auf Ulrich zu, ſchüttelte herzlich ſeine Hand und rief: „Wahrhaftig, du biſt es, Ulrich von Straßburg! Führt es dich auch wieder einmal her in unſer Nürnberg? Das iſt brav, und wenn du noch kein Quartier haſt, ſo verſteht es ſich, daß du bei mir herbergeſt.“

„Für heute nehm' ich es an!“ ſagte Ulrich und ließ ſich auf den nächſten Stuhl nieder,„denn ich habe heute eine weite Wanderung gemacht,— iſt man Nürn⸗ berg einmal nahe, ſo kann man es nicht erwarten, bis man es erreicht!“

„Ja, ja! das iſt immer das alte Lied!“ ſchmun⸗ zelte der Propſt.

„Wer einmal nur in Nürnberg war, Der käm' gern jedes Jahr!“

„Es freut mich, daß du auch wieder gekommen biſt, wenn du auch manches Jährlein haſt vergehen laſſen,— hätt' ich mir's aber doch nicht träumen laſ⸗ ſen, dich ſo plötzlich wiederzuſehen!“

„Verzeiht, theurer Ohm,“ entſchuldigte ſich Ulrich,

1861. Xvill. Die Schultheißentochter von Nürnberg. 1. 2