Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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ſchwärmeriſchen blauen Augen ein Strahl empor⸗ keuchtete, bei dem ihm zu Muthe war, als ſei es ein Geiſterauge aus dem Himmel, in welchem die weilte, deren glänzendes Auge er einſt brechen ſehen zuge⸗ drückt. Faſt ſchien es, auch die Lebende ſei in gleichem Alter, in dem damals jene Eliſabeth geweſen— etwa in der Mitte oder Ende der Zwanzig, denn der erſte Schmelz und die Weichheit der Jugend war einem be⸗ ſtimmten Ausdruck von Charakter und Selbſtbewußt⸗ ſein gewichen, der in Ulrich's Augen einen tauſendmal höheren Werth hatte, als jene jugendlichen Reize, und eine weibliche Erſcheinung erſt adelte.

Und dieſes edle Frauenbild weilte hier allein in einer heimlichen Abendſtunde an der Seite des Prop⸗ ſtes, von dem nicht nur Ulrich aus früherer Zeit, ſon⸗ dern von dem es ganz Nürnberg wußte, daß er ein großer Verehrer weiblicher Schönheit, und deſſen lü⸗ ſterne Blicke auch jetzt deutlich bezengten, daß dieſe Schwachheit ſich im Laufe der Jahre keineswegs ver⸗ ringert! Wer war ſie? was wollte ſie?— aber wie nach Antwort verlangend auch in Ulrich dieſe Frage drängte,— er widerſtand der Verſuchung den Lauſcher zu machen, pochte noch einmal energiſch und trat zu⸗ rück, um auch Nichts mehr zu ſehen. So hörte er entfernter nur geflüſterte Worte, das Rauſchen eines