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kannten Schreine an den Wänden mit künſtlicher Holz⸗ ſchnitzarbeit— es war noch Alles, wie es vor einem Jahrzehent geweſen— aber durfte Ulrich daraus ſchlie⸗ ßen, daß auch noch der Bewohner derſelbe ſein würde? Dies Geräthe mochte wohl Alles Inventar ſein, das in der Propſtei verblieb, auch wenn die Pröpſte wech⸗ ſelten. Damals war ſein Oheim, Herr Anton Kraß, Propſt geweſen— Ulrich wußte nicht, ob er noch am Leben war— und nun ſtand er hier in ſeiner Woh⸗ nung und war noch immer in der alten Ungewißheit — Niemand kam nach ſeinem Begehr zu fragen, noch ihm Antwort zu geben. Beſcheiden klopfte er an der Thür zur Rechten, die etwas im Hintergrund, ſonſt in
das Empfangszimmer des Propſtes geführt hatte. Hierinnen mußte wohl Jemand ſein, denn das kleine Schiebfenſterchen, das ſich an der Thür befand, war hell erleuchtet. Das war freilich eine Veränderung! Der hölzerne Schieber, der ſich ſonſt immer von innen vorgezogen befand und nur geöffnet ward um durch⸗ zuſehen, wenn Jemand Einlaß begehrte, war heute über die Hälfte geöffnet— und da Urrichs Klopfen Niemand zu hören ſchien, ſo warf er einen Blick durch die Heffnung, um ſich ſo eine Entſcheidung über Leben oder Tod ſeines einzigen Verwandten zu holen, dem er immer eine treue Anhänglichkeit bewahrt hatte,


