die kaiſerliche Uebermacht den Sieg ſeiner Freiheit er⸗ rungen, hatte Ulrich in nächſter Nähe miterlebt. Da⸗ mals hatte er auch Manches aus Nürnberg ſich erzäh⸗ len laſſen, denn er hatte Willibald Pirkheimer wieder⸗ geſehen, der dem Kaiſer ein Fähnlein, aus ſeiner Va⸗ terſtadt geſandt, als Hauptmann zuführte. Sie waren einander als Jünglinge begegnet und hatten ſich als Männer wiedergeſehen, halb wehmüthig, halb freu⸗ dig,— wehmüthig, daß Kaiſer Maximilian, zu dem Ulrich einſt, da er als ein Baubruder zum andern— denn auch Maximilian war ja ſchon als Jüngling ein ſolcher geworden— ein freies Wort reden durfte, ge⸗ ſagt hatte: er möge Leben und Bewegung fördern im Reich und die deutſche Nation ſtark machen durch Einig⸗ keit und Freiheit— daß dieſer Kaiſer jetzt ein freies Nachbarvolk bekriegte, daß deutſche Männer zu ſeiner Un⸗ terdrückung fechten mußten; wehmüthig, daß die deut⸗ ſchen Heere unterlagen und ihr Blut nutzlos vergoſſen, — aber freudig doch, daß die Freiheit ſiegte und das Alpenhorn von Berg zu Berg ihren Sonnenaufgang verkünden konnte. Von da war Ulrich nach Italien gegangen, hatte am längſten geweilt in Venedig, Bo⸗ logna und in dem ewigen Rom. Jahrelang hatte er dort ſich aufgehalten, in Kunſt und Wiſſenſchaft ſich vervollkommnet, dann war er nach Wien gewandert
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