Teil eines Werkes 
1. Band (1861)
Entstehung
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weil ſie ihren erſten Reichstag in Nürnberg halten mußten— es war ein uraltes Vorrecht der Stadt, welche die Reichsinſignien in ihrer St. Sebaldskirche verwahrte— es einmal kennen lernten und dann im⸗ mer wieder gern begrüßten, mochten ſie nun auf der Veſte wohnen, bei dem Burggrafen von Zollern, oder in irgend einem ſtattlichen Bürgerhaus der edelſten Geſchlechter;— ſo erging es den Männern der Wiſſen⸗ ſchaft wie der Kunſt, ſo erging es allen Höhergebil⸗ deten ihres Zeitalters, die ſich nirgend ſo wohl fühl⸗ ten als hier, wo alles Schöne und jede feinere Sitte ihre Pflege fand— ſo erging es auch dem Baubruder Ulrich, der jahrelang in der Bauhütte von St. Lo⸗ renz hier mit an der herrlichen Kirche gearbeitet hatte.

Zwar begann ſich gerade hier neben dem heiligen Kirchenbau auch eine Profankunſt zu entwickeln, die mit den Baubrüderſchaften zu wetteifern ſuchte, aber immer blühten dieſe noch und hielten feſt an ihren ur⸗ alten Satzungen und verbrieften Rechten. Als freier Steinmetz zu ihnen gehörend, war Ulrich, ſeit er Nürn⸗ berg verlaſſen hatte, zuerſt wieder zurückgekehrt in die Haupthütte von Straßburg, dann war er in die Schweiz gegangen;— die Tage von Fraſtenz und Dorneck, wo das Hirtenvolk, von den öſterreichiſchen Rittern als Bauern geführt, im glänzenden Sieg über