Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Leichtere! rief Ulrich;aber das Höhere iſt's, das eigene Sein und Leben ſelbſt zu einem Kunſtwerk verklären, das nur Segen ſpendet in dem Kreis, in den es tritt ſo für Andere wirken und handeln und Euch opfern, wie Ihr gethan!

Nein, Ulrich! keine Unwahrheit! unterbrach ſie ihn.Mir gebührt kein Dank von Euch, denn ich hatte Euch zu danken, und hab' es nicht gethan. Zweimal hab't Ihr mir Ehre und Leben gerettet, und ich floh Euch, um Euch nicht zu danken ich wollte es vergeſſen, daß dies meine Pflicht war. Als ich Euch zum erſtenmale ſah, folgte ich rückſichtslos meinem augenblicklichen Gefühl, und Ihr bereitetet mir dafür eine Demüthigung, gegen die ſich mein ganzes Weſen empörte; von dieſem Augenblicke an war mir, als müſſe ich Euch entweder haſſen oder lieben, und ich fühlte dabei doch, daß ich weder das Eine noch das Andere durfte. Ihr kamet immer wieder in meinen Weg, auch ohne daß Ihr es wolltet; jetzt endlich kam der Angenblick, da ich Euch vergelten konnte, jetzt endlich durft' ich Euch ſagen: Ulrich, nun ſind wir quitt! und o Gott was habe ich Euch denn geſagt!

Nur Aehnliches, als was ich ſelbſt empfunden! rief Ulrich.Mein Thun und Fühlen glich dem Euern! Wohl uns, daß wir in dieſem Kampfe nicht erlegen ſind, daß er uns nicht hinabgezogen hat in den Pfuhl der