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Schleier hatte ſie im Zimmer abgelegt, ihr glänzendes Haar war nur von einem ſchwarzen Band ein wenig aufgehalten und wallte in maleriſchen Locken auf die blendenden Schultern. Da hörte ſie Tritte im Zimmer und trat hinein. Sie war ſchon in einer gehobenen Stim⸗ mung durch das Geſpräch mit ihrem Bruder— ſie hlieb in ihr, da ſie neben dem erwarteten Konrad auch den unerwarteten Urich ſah, und hieß ſie Beide willkommen.
Sie neigten Beide die Kniee vor ihr und wollten Worte des Dankes ſprechen. Aber Eliſabeth hieß ſie auf⸗ ſtehen, wenn ſie nicht zürnen ſolle, und ſagte zu Konrad:
„Euch ließ ich zu mir entbieten, oder vielmehr zu meinem Bruder Martin Behaim, von dem Ihr vielleicht gehört. Ihr ſeid zu jung und hattet Euch zu innig an die hohe Kunſt gehangen, um Euch und Eure Kraft in ein Kloſter zu vergraben— unterbrecht mich nicht— ich weiß, daß nur der Zwang Euch dahin trieb und daß die Bauhütten Europas ſich Euch verſchließen. Aber mein Bruder will Bauleute ihn über das Meer zu begleiten, und auf jenen, nur von Heiden bewohnten Inſeln küm⸗ mert man ſich nicht um die Statuten dieſer alten Welt: bringt Ihr nur Begeiſterung mit für den chriſtlichen Glauben und die chriſtliche Kunſt, ſo ſeid Ihr würdig in der neuen Welt die erſte chriſtliche Kirche bauen zu hel⸗


