entgingen weder ſie noch Jacobea der geſetzlichen Todes⸗ ſtraſe, nur daß man ſie bei Katharing in minder grau⸗ ſamer Weiſe ausführte. Jetzt war auch Konrad der Strafe überhoben. Aber das war nicht Alles— Eliſabeth ließ ihn zu ſich entbieten, ſie wollte den Sohn nicht verantwort⸗ lich machen für die That der Mutter, vielmehr die Schuld des Vaters an ihm ſühnen.
Von dem Propſt und Stephan Tucher hatte ſie ſtrenge Verſchwiegenheit verlangt über ihre Fahrt gen' Augsburg und deren Reſultat— ja ſie, die man ſo ſtolz und hochfahrend ſchalt, verheimlichte in edler Beſcheiden⸗ heit daß es ihr Werk war, daß unzählige Unglückliche ſchrecklichen Strafen entgingen— womit es ihr ja leicht geweſen zu prunken, ſich Anſehen und Dankbarkeit zu verſchaffen. Wie gut hätte ſie doch mit ihrem Einfluß bei König Mar prahlen können und dem huldreichen Em⸗ pfang, der ihr geworden, wie die andern Rürnbergerinnen demüthigen können und doppelt, wenn ſie erkennen ließ, wie ſie ſelbſt, da ſie in Gefahr war, nur allein auf ihre Unſchuld und ihr Recht ſich verließ, die königliche Hilfe verſchmähend, da ſie derſelben doch ſo gewiß hätte ſein mögen, wie jetzt, da ſie für Andere ſie forderte. Aber ſie wollte ſich keinen eitlen Triumph verſchaffen, wo ihre Seele von dem ſchönſten in ihren heiligſten Tiefen erfüllt war. Ja, ſie wollte auch nicht den böſen Leumund von
1859. XVII. Nürnberg. III. 16


