241
ich Dir ſchon geſagt, daß Du ein gut Theil Deiner Macht aus den Händen gegeben, als Du die Bulle des Papſtes Innocenz VIII. über den Hexenprozeß in Deutſch⸗ land beſtätigt, ſo zeige wenigſtens, daß Du die Inguiſi⸗ tion nicht duldeſt— oder laß Dir von den Pfaffen hel⸗ fen, ſtatt daß Du ihnen hilſſt. Hat der Maurerhof von Straßburg dreißig Jahre lang ein Auge zugedrückt über Ulrich's Herkommen, ſo iſt's wohl auch kein Unglück, wenn es länger geſchieht. Erkläre Du und laß es von einem Biſchof oder in Rom, wenn es ſein muß, beſtäti⸗ gen, daß Ulrich als ehrlich Geborner zu betrachten, weil ſeine Eltern Buße gethan haben im Kloſter, und weil er ſelbſt ein braver Kerl und rechter Baubruder geworden: ſo iſt's gut, die Hütte muß ihn wieder mit Ehren auf⸗ nehmen und die Pfaffen müſſen ihn auf Dein Fürwort herausgeben; er iſt mit eingeſchloſſen in den großen Gnadenakt, den Du im Reich erlaſſen mußt, weil Dir ein Friedenswerk gelungen, das mehr noch als Deinem Lande Deinem Herzen und— dem Hauſe Habsburg zum Glück gereicht. Mir ſcheint, ſo iſt's nun chriſtlich gehan⸗ delt: wenn der Sohn dadurch, daß er wohl gerathen und auch vom vierten Gebot nicht gelaſſen hat, die Schuld der Eltern ſühnen kann— das Umgekehrte, daß ihre Schuld an den Kindern heimgeſucht werde, das überlaß den Juden.“


