Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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Ulrich verſicherte noch einmal, daß er keine Vorſicht und Rückſicht aus den Angen ſetzen werde, die ja ſelbſt ſeine eigene Zukunft am allermeiſten erfordere.

Wenn nur Amadeus nicht ſelbſt zum Verräther wird! ſeußzte der Propſt. Von dem Augenblicke an, wo Konrad ihn aus der Kapelle waldeinwärts geſendet, wuß⸗ ten ſie nichts von ihm. Nachforſchungen irgend welcher Art konnten ſie nicht anſtellen, um ſich nicht ſelbſt zu verrathen. Ob er lebend oder todt, ſie wußten es nicht. Im Stillen wünſchte der Propſt das Letztere. Was ſollte auch der verirrte Mönch im fremdgewordenen Leben? und dem Sohne konnte ſein Leben gefährlich werden! Der Oheim wünſchte nur nicht, daß Ulrich eine Schuld fühle am Tode des Paters, und darum war er froh, daß die⸗ ſer jenem ſeine Befreiung verdankte.

Noch Eines muß ich Dir ſagen, begann der Propſt;eine Warnung ganz anderer Art. Als Herr Stephan Tucher mit Jungſran Urſula Muffel getraut ward, zwei Fürſten ſie zur Kirche führten und ein ſtatt⸗ licher Brautzug ſolgte: da war auch die ſchöne Scheurlin mit darunter und ragte wie immer auffallend unter Allen hervor, als ſei ſie ſelbſt eine Königin. Die Kirche war von Zuſchauern dicht gedrängt, und auch auf dem erhöh⸗ ten Platze, den ich mit andern Geiſtlichen und Patriziern einnahm, hatten ſich Fremde mit eingefunden. Darunter