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auch ein Ritter, der ſein Augenmerk beſonders auf die Scheurlin geworfen, und der da meinte, er kenne ſie gar wohl ſeit ihren ſchönſten Ingendtagen, und nach dem, was er jetzt von ihr höre, müſſe er glauben, daß ſie immer noch ſo eitel und leichtſertig ſei, wie damals, und für Jeden zu haben. Ich meinte, das Letztere ſei nun gar nicht wahr und als leichtfertig kenne ſie Niemand; ſie ſei immer eine ſpröde Jungfrau geweſen und lebe auch jetzt ganz ehrbar mit ihrem Gemahl. Aber er lachte und ſagte: Das müſſe er beſſer wiſſen; da ſie noch Mäd⸗ chen geweſen, habe er ſelbſt ihre Gunſt beſeſſen, aber ſie aufgegeben, weil er keine Luſt gehabt, dieſelbe mit Andern zu theilen— und wie ich ſelbſt ja wohl, gleich der gan⸗ zen Stadt, wiſſen müſſe, daß ſie es darauf anlege, we⸗ nigſtens ſo lange der römiſche König in Nürnberg ſei, ſeine Buhlerin zu ſein— wie ſie daneben aber auch es nicht verſchmähe, ſeit Jahr und Tag eine Liebſchaft mit einem armen Steinmetzgeſellen zu haben.“
Der Propſt hielt inne, wie um zu beobachten, wel⸗ chen Eindruck dieſe Worte wohl auf Ulrich machen wür⸗ den. Dieſer war allerdings überraſcht, auch den Propſt ihm gegenüber von Eliſabeth ſprechen zu hören, und noch mehr über dieſen Schluß; ſeine Wangen glühten vor Zorn und Scham bei den letzten Worten, aber ruhig, ſeſt und ſtolz blickte er in die Augen des Rropſtes und ſagte nur:„Vollendet!“


