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„Laßt mich gewähren! Wohnte ich nicht dort, ſo würde ich vielleicht jeden Tag in der Nähe des Kloſters auf⸗ und abgehen, und wenn Ihr fürchtet, ich möchte mich ſelbſt verrathen, ſo würde dies viel eher dadurch geſche⸗ hen, als jetzt, wo ich nur ein Unterkommen geſucht und ein ſolches zufällig für die beſcheidenen Wünſche eines Baubruders paſſend im Claragäßlein fand, aus dem ich ſo nah' zu unſerer Bauhütte habe. Ich verſpreche Euch, keinen Schritt zu thun, wenn Ihr meint, daß dadurch der fromme Frieden ihres Gemüthes geſtört werden könnte!“
„Um Ihretwillen, wie um Deinetwillen,“ ſagte der Propſt,„muß Alles bleiben, wie es jetzt war. Es iſt auch darum, daß ich Dich nicht ſelbſt bei mir wohnen laſſe, wie ich am liebſten thäte. Ja weil Du Deiner Mutter ähnlich ſiehſt, woran Dich Amadeus erkannte, oder wenigſtens ſo von Deinem Anblick ergriffen ward, daß er Dir nachforſchte, haſt Du auch einen Zug von mir— und man hat es ſchon gewagt, Dich meinen Sohn zu nennen, weil ich Dich vor Andern begünſtigt; müßte ich nicht den Schein vermeiden, ſo würde ich Dich gar nicht von mir laſſen. Ich beſchwöre ſonſt wieder ein Ge⸗ rücht herauf, das meiner geiſtlichen Würde ſchadete und Dir ebenſo gefährlich wäre, als das an den Tag Kommen der Wahrheit.“


