Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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mit den Pflichten gegen ihren Gemahl vertragen hätte: Urſula ſelbſt, die einzig durch ſie Hochbeglückte, fühlte ſich verpflichtet ihr zu hinterbringen, wie viel Angriffe auf Eliſabeth's guten Ruf ſie zurückweiſen müſſe, wie man ſie beſchuldige, den Pveten, ihren frühern Geliebten wie⸗ der rückſichtslos hei ſich empfangen zu haben und dem königlichen Gaſt in jeder Beziehung eine gefällige Wir⸗ thin geweſen zu ſein. Sie ahnte, daß Streitberg und die Hallerin dies Gift gegen ſie verſtreut und ſie hatte keine Waffe dagegen, als ihr reines Gewiſſen und das Zeugniß ihres Gemahls. Das fiel freilich bei den Nürn⸗ bergern leicht genug in die Wagſchale: der hoffärtige Rathsherr war geadelt worden und damit hieß es, ſei er ſchadlos gehalten, wenn ihm auch ein Schimpf durch ſein Weib geſchehen.

Eliſabeth konnte dieſen Gerüchten nur erneuten Stolz

entgegenſetzen, aber ſie hätte kein zartfühlendes Weib ſein

müſſen, wäre ſie nicht doch davon verwundet worden.

Und nun, wo ſie hoffte, daß Streitberg, um deſſent⸗ willen ſie faſt nie ihr Haus verlaſſen, ſich wieder aus der Stadt entfernt, ſah ſie den Ring vor ſich, durch den ſie ſich ihm einſt verlobt hatte.

Sandte er ihr ihn, oder wie kam er in die Hände des Juden? Wie auch Vorurtheil und Stolz ſich dagegen ſträubten, ſie mußte ſelbſt und allein mit dieſem ſprechen.

1859. XVI. Nürnberg. U. 17