Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Frau von Scheurl, wie ſie jetzt hieß, noch einmal Ein⸗ tritt verlangt, der ihm ſchon mehrmals verweigert wor⸗ den. Die Dienerſchaft hatte auch jetzt wieder gedroht, ihn hinauszuwerfen. Da entſchloß er ſich zum Aeußerſten. Er gab den Ring einem Diener und ließ ſagen: er ließe nur fragen, ob die Herrin den Ring bhalten wolle, oder ob er ihn dem Eigenthümer wieder zurückgeben ſolle.

Das wirkte. Sogleich ward er vorgelaſſen.

Eliſabeth war ohnehin in ſchmerzlicher Aufregung. Mit kurzem Abſchied war König Mar geſchieden, und nur Kunz von der Roſen hatte ihr zugeflüſtert, daß, wenn es ſich einmal treffen ſolle, daß ein Kaiſer oder König einer ſtozen Nürnberger Patrizierin doch einen Dienſt erweiſen könnte, ſo möge ſie ſich gleich lieber an den Narren wenden, der habe ein beſſeres Gedächtniß und wiſſe när⸗ riſch genug oft ſicher das Ziel zu erreichen.

Konrad Celtes war mit dem König gegangen, um wieder ein unſtetes Reiſeleben zu führen und im Wirken für die humaniſtiſchen Studien und dem Streben im deutſchen Volke den Sinn für das Vaterland und ſeine Geſchichte zu beleben, ſein unruhiges Herz zum Schwei⸗ gen zu bringen. Er hatte Eliſabeth's Gebot geehrt und war ihr nicht wieder allein genaht. Aber was half es ihr, daß ſie ſo als tugendhaftes Weib weder dem König noch dem Poeten eine Freiheit verſtattet, die ſich nicht