Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Ulrich ſchüttelte das Haupt und ſammelte ſich end⸗ lich ſo weit, um zu erzählen, daß er eben darum auch nicht deſſen Wohnung mehr theilen möge.

Der Propſt billigte dies und hieß Ulrich dieſe Nacht mit in der Propſtei bleiben, da er noch keine andere Wohnung hatte. So ſprachen ſie noch lange mit einander von der Vergangenheit und von der möglichen Zukunft. War Amadeus glücklich entkommen? wer konnte es wiſ⸗ ſen? Er war ſo ſchwach und hinfällig geweſen von dem martervollen Kerker wohin konnte er geflohen ſein? War er ungekommen im Walde und fand man ihn lebend oder todt, ſo konnte eine Unterſuchung ſeiner Flucht viel⸗ leicht die verrathen, die ihm dazu geholfen, und dann hatten ſie die härteſte Straſe zu fürchten. Und war er glücklich weiter entkommen: was würde er nun beginnen? Mußten ſie nicht jeden Tag denken, die Sehnſucht nach dem Sohn und der Wunſch, von Ulrike zu hören, werde ihn eines Tages wieder zurückführen nach Nürnberg zu dem Propſt oder Ulrich, und er ſich ſelbſt und dieſen der ſchrecklichſten Gefahr ausſetzen und vielleicht auch Andern in ſeiner zuweilen doch halbwahnſinnigen Art Alles zu verrathen?

Aber was halfen dieſe langen Fragen, auf die Kei⸗ ner eine Antwort geben konnte!

An demſelben Tage hatte der Jude Ezechiel bei der