Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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das Deiner ehrlichen Geburt. Amadeus, als er die Ge⸗ liebte nicht mehr fand, wo er ſie zurückgelaſſen, ſuchte ſie zum zweitenmale überall vergebens endlich leitete ihn ihre Spur zu mir. Ich verhehlte ihm die Wahrheit nicht, und daß Ulrike eine Braut des Himmels geworden. Ich rechtete nicht mit ihm, ich ſprach nicht ſtrafende Worte, ich ſuchte ihn nun zur Rückkehr zu ſeiner Gattin zu be⸗ wegen, und ſelbſt wenn er das nur als Buße für ſeine Leidenſchaft betrachten ſollte. Aber er wollte nichts davon wiſſen nur das ſagte ich ihm nicht, in welches Kloſter Ulrike gegangen. Er ſchied von mir wie ein Wahnſinni⸗ ger. Im Walde ſollte er einen Verſuch gemacht, ſich das Leben zu nehmen. Benediktinermönche hatten ihn gefun⸗ den und das Uibrige weißt Du.

Ulrich weinte an der Bruſt des theilnehmenden Man⸗ nes, der das beſte Herz und weichſte Gemüth beſaß, wenn auch manche Schwachheit ſich daran knüpfte.

Halte Du Dich frei von der Leidenſchaſt, ſagte der Propſt theilnehmend,hüte Dein Herz und Deine Sinne! Alle, die das nicht thun, die richten nur Unglück an für ſich ſelbſt und für Andere. Und weiter fuhr er fort:Sage Niemanden ein Geheimniß, das treu bewahrt bleiben ſoll auch nicht Deinem beſten Freund Du haſt es dann nicht mehr in Deiner Gewalt verrathe Dich auch Deinem Kameraden Hieronymus nicht.