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Pflichten gebunden ſei, um zu wiſſen, was ſie zu thun hatte. Mit Stolz wies ſie alle Anerbietungen zurück und erklärte, daß ſie Amadeus fliehen und für ihn todt ſein wolle, ehe er um ihretwillen die Seinen unglücklich mache. Sie hatte inzwiſchen gehört, daß ich Geiſtlicher in Nürn⸗ berg ſei— in der Verzweiftung erſchien es ihr als Troſt, ſich dem Bruder zu vertrauen, hei ihm eine Zuflucht und Schutz zu ſuchen. So kam ſie zu mir. Ich hatte ſie als
todt beweint, und mit der wiedererſtandenen Unglücklichen,
die ſchon ſo viel gebüßt, rechtete ich nicht über ihre Ver⸗ irrungen— ich empfing ſie als liebender Bruder. Aber bei mir konnte ſie nicht bleiben, ich brachte ſie in's Klo⸗ ſter der heiligen Clara, eine Zuftuchtsſtätte, die ſie ſelbſt
erſehnte. Dort iſt ihr Leben ein dem Himmel geweihtes und ein ſtillglückliches, gegen das, welches ſie einſt bei dem rohen Gatten führte. Todt zu ſein für die Welt und für Alle, erſchien ihr als der beſte Troſt. In dem Klo⸗ ſter, das Dich aufgenommen, nannte ſie mir den Bru⸗ der Anſelm als den, welchem ich vertrauen könne. Mit ihm ſetzte ich mich in Verbindung, er allein erfuhr ihr Geſchick und berichtete uns über Dich, ſo lange Du im Kloſter warſt. Du galteſt dort als ehrlicher Sohn des dörflichen Paares, und ſo hielt man Dich auch nicht ab, als Du in die Bauhütte von Straßburg wollteſt, und gab Dir für den Maurerhof mit anderen Zeugniſſen auch


