Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Und wie kam ſie hierher? forſchte Ulrich weiter, und hat mir Amadeus in Allem die Wahrheit erzählt?

Die volle Wahrheit! beſtätigte der Propſt,und damit Du nicht am unrechten Orte forſcheſt, ſo will ich ſeine Geſchichte vollenden. Als er mit Deiner Mutter floh, hatte er nicht den Muth ihr zu geſtehen, daß er daheim ein liebendes Weib und Kinder beſitze. Ulrike folgte ihm vertrauend nach Frankfurt, wohin er damals im Kriegsdienſt mußte, und nur das ſchmerzte ſie und ihn, daß ſie Dich nicht bei ſich hatte; nur das tröſtete ſie, daß ſie Dich im Kloſter ſicher und in guten Händen wußte, bis ſie Dich würden können zu ſich kommen laſſen. Ama⸗ deus verſprach ihr, ſich mit ihr trauen zu laſſen, ſobald die kirchliche Scheidung von ihrem Mann erſolgt ſei indeß hoffte er auch die ſeine zu bewertſtelligen. So ver⸗ gingen Monate. Ein Kriegsbefehl rief ihn nach Würzburg, er nahm ſie auch dahin mit; aber während er ſie dort, um im Felde zu dienen, allein zurücklaſſen mußte, erſchien plötzlich ſeine Gemahlin bei ihr. Ein Gefährte ihres Gat⸗ ten hatte ihr hinterbracht, daß dieſer um eines gemeinen Weibes Willen, das er auf der Landſtraße auſgeleſen, die Scheidung von ihr fordere, und die liebende Frau wollte jenes ſelbſt ſehen und durch Geldanerbietungen von ihm trennen. Für Deine edle Mutter war es genug, den Be⸗ weis zu erhalten, daß Amadeus durch andere heilige