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hielt von dem Abt einen Brief zur Uibergabe an den Propſt Kreß. . Er hätte auch fragen mögen, wie bei jenem Brief, welchen der Propſt ihm mit in das Kloſter gab:„Iſt's ein Uriasbrief?“— aber er widerſtand der Verſuchung. das Wachsſiegel, das ſich ohne ſichtbare Beſchädigung hätte löſen und wieder befeſtigen laſſen, zu heben und einen Blick in die Schrift zu thun. Wie verhängnißvoll ſie auch ſein mochte— er beeilte ſich ſie abzugeben gleich am Tage ſeiner Ankunft. Der Propſt ward bleich vor Schrecken, da er das 6 geleſen, und warf verzweiflungsvolle Blicke tieſſten Mitleids auf Ulrich. Der Abt meldete ihm, daß es ihm leid thue, den einſt von dem Propſt in's Kloſter als frühern Freund aufgefundenen Amadeus, der ſein Schützling geblieben ſei, nicht von einer verdienten Strafe ſchützen zu können. Er ſei verdächtigt worden, das Tabernakel zertrümmert zu haben— der Abt habe die Sache unterdrücken wollen, da jedoch die fremden Baubrüder, beſonders Ulrich von 1 Straßburg, auf ſtrenge Unterſuchung gedrungen, ſei die Sache durch Amadeus eigenes Geſtändniß offen kundig geworden, und er habe ihn verurtheilen müſſen, als wahn⸗ ſinnig eingemauert zu werden; ſeit ein paar Tagen ſei er todt. 1859. XVI. Nürnberg. II. 16
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