Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Der Propſt gab Ulrich den Brief zum Leſen und ſagte:Geſtehe mir Alles.

Ulrich knieete nieder und neigte demüthig ſein Haupt. Ihr werdet mich eines Verbrechens zeihen, ſagte er, und mich beſchuldigen, daß der Sohn den Vater in's Verderben gebracht; ich beging noch ein zweites Verbre⸗ chen: der Baubruder entzog der geiſtlichen Gerechtigkeit ein Opfer und dem Kloſter einen Mönch ich habe Ama⸗ deus zur Flucht geholfen!

Weh' Dir und ihm! rief der Propſt und verhüllte ſein Geſicht.

Ich bin bereit ſelbſt das Opfer zu ſein! ſagte Ulrich;überliefert mich als einen Verbrecher dem geiſt⸗ lichen Gericht laßt mich auch ſo ſtill einmauern und von der Welt verſchwinden; es erſpart mir denn ein Leben der Schande, das vielleicht auf mich wartet.

Der Propſt rang die Hände, hatte Thränen in den Augen und ſeufzte:Ach, warum mußte ich ſo ſchwach ſein, ſeiner Bitte nachzugeben und Dich hinſenden! War⸗ um ſeinen Worten trauen er verſprach zu ſchweigen gegen Dich und gegen Alle.

Flaget ihn nicht an! ſagte Ulrich;ich will Euch Alles beichten, wie es kam, was ich gehört und was ich gethan. Und er beichtete getreulich Alles, nur Konrad verrieth er nicht, ſondern ſagte nur, daß ihm ein geiſt⸗