Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Ich will ſehen, was ich thun zn i Bru⸗ der! ſagte Konrad.

So ſchieden ſie.

Der ſolgende Tag verging für Ulrich peinlich wie die Nächte. Konrad flüſterte ihm nur zu, daß es ihm erſt am dritten Tage möglich ſein werde ihm beizuſtehen.

Ulrich war wie im Fieber. Wenn ſein Vater indeß ſtärbe? und wenn auch nicht, wie ſollte der Plan der Rettung gelingen? Immer machte er einen neuen, und verwarf ihn wieder, weil irgend ein unüberwindliches Hinderniß oder ein Mangel dabei war. Gern wagte er ſein Leben ſelbſt was war es ihm jetzt? vielleicht war es in Kurzem dem Schimpf und der Schande geweiht ſeine That ſelbſt, ein Wort von Amadeus konnte ver⸗ rathen worden und ihn verrathen! Konrad hatte Recht: wenn Amadeus hier ſtarb, ſo war mit ihm ſein Geheim⸗ niß vermauert draußen, ein flüchtiger, von Kerker und Alter geſchwächter Mann, konnte es mit ihm ſelbſt leicht an den Tag kommen. Und was war ihm denn dieſer Mann, der ſeine Mutter unglücklich gemacht und den er nie gekannt hatte? Und war es denn wirklich ſeine, Ul⸗ richs, Schuld, daß er hier für den Frevel litt, den er ja in der That begangen? Hatten nicht Hieronymus und Konrad gleich ihm die Unterſuchung gefordert?

Der Verſucher rieſ dieſe Fragen in Ulrich auf; aber