Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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ſein Gewiſſen und der Ruf der Natur ſprachen gleichzei⸗ tig: Hebe Dich weg! Lieber unſchuldig leiden für eine frende Schuld, als ſich ſelbſt vor äußerm Unglück ſchützen durch das Aufſichladen einer eigenen Schuld.

Eines Morgens meldete ihm der Pförtner, daß drüben im Hekonomiegebände Leute wären, die nach Ul⸗ rich von Straßburg fragten. Mitten in der Nacht wären ſie ganz erfroren angekommen und hätten um Obdach gebeten, das man ihnen auch nicht verweigert— obwohl ſie Juden wären, Vater und Sohn. Da ſie gehört, daß er hier ſei, hätten ſie nach ihm verlangt.

Ulrich war zwar wenig erbaut von dieſer Nachricht, die ihn in ein zweideutiges Licht ſetzte; aber er ging, denn er gedachte des Ringes, den er gefunden und an einer Schnur ſich umgehangen— ja er erzählte gleich dem Pförtner ohne Weiteres, daß ſie wahrſcheinlich wüßten, daß er einen Ring gefunden, den die Juden vor ſeinem Haus verloren, und den er noch nicht abgegeben, weil auch er ſeiner Sache nicht gewiß ſei.

Man hatte den Juden nicht in der allgemeinen Herbergsſtube Quartier verſtattet, ſondern nur auf einem Heuboden.

Dort fand Ulrich den Vater Ezechiel und ſeinen— Sohn; aber in der Männertracht erkannte er Rachel.

Die Unterhandlung kam ſchnell zu Stande. Nach