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geführt, gehörten wir einander an. Ich erfuhr von ihr, daß ihr ein halbes Jahr nach der Trennung von mir die Kunde gekommen, daß ich im Kampf geblieben ſei, und daß ſie verzweiflungsvoll von ihren gegen ſie wü⸗ thenden Verwandten in die weite Welt geflohen ſei— um den Tod zu finden. Wohl war ihr oſt die Verſuchung gekommen, Hand an ſich ſelbſt zu legen, aber gerade um ihrer Mutterſchaft Willen hatte ſie ihr widerſtanden. So war ſie immer rheinab gepilgert, arbeitend oder bettelnd, je nachdem es gekommen. In einem Stall, auf einem Meierhof in Elſaß, wo man ſie mitleidig aufgenommen, hatte ſie einen Knaben geboren. Dort hatte ſie eine Zeit lang bleiben dürſen, und ſo viel es ihre Kräſte erlaubten, hatte ſie mitgearbeitet. Ein Bauernburſche, der auch hier arbeitete, ſand Wohlgeſallen an ihr; in ſeiner Heimath hatte er eben ein kleines Grundſtück geerbt, und da er es ohne Frau nicht bewirthſchaſten konnte, ſo fragte er die fleißige Ulrike, ob ſie mit ihm ziehen wolle, ſie woll⸗ ten ſich hier trauen laſſen und er ihr Kind als das ſeine anerkennen— in ſeinem Dorfe wiſſe man viel, ob ſie ſchon ein Jahr verheirathet wären oder nicht. Mußte ſie es nicht als ein Glück betrachten, ſo ſich vor Schande be⸗ wahrt und die Zukunft ihres Knaben geſichert zu ſehen? Freilich war es ein großer Schritt abwärts aus dem höheren Bürgerſtande, dem ſie angehört, zu der niedern 15*


