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eine Schandthat begangen. Es war ein Frevel und eine Verirrung— aber in dem Augenblick einer ungezügelten Sehnſucht überlegt man weiter nichts, als daß man das Mittel wählt, was ſie am ſicherſten zu befriedigen ver⸗ ſpricht. Ich erreichte meinen Zweck, ich durfte gen Nürn⸗ berg zum Propſt Anton Kreß gehen und Dich von ihm zur Arbeit erbitten— es ahnte mir nicht, daß ich damit einen doppelten erreichen würde: daß Du das langerſehnte Ende meines Lebens herbeiführen werdeſt!“
Ulrich antwortete:„Amadeus! hier hört uns Nie⸗ mand, Konrad's Verſchwiegenheit bin ich ſicher; wahr⸗ ſcheinlich verſteht er uns nicht einmal— er ſteht dort ſern, um zu wachen, daß uns Niemand entdeckt— ich weiß von dem, was Ihr mir nun verſchweigen wollt, zu viel, um die Ruhe finden zu können, die Ihr vielleicht denkt mir durch Euer Schweigen zu bewahren, und wie⸗ der zu wenig, um in irgend einer Gewißheit gegen das Quälende meiner Ahnungen einen Troſt zu finden— was wißt Ihr von meiner Mutter? warum nehm't Ihr An⸗ theil an mir?“
„Weil ich glaube, daß Du mein Sohn biſt!“ rief Amadeus;„nun weißt Du es!“ fügte er erſchöpft hinzu.
Ulrich zuckte zuſammen und unterdrückte mühſam einen Schrei.„Nun müßt Ihr Alles ſagen,“ ſagte er tonlos.


