Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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zierlichſte Werk in der Kirche; aber das ſage ich nur Dir für ihn— die Andern mögen immerhin glauben, daß, was ich klug berechnet, eine That des Wahnſinns und blinder Wuth geweſen! Bring' ihm meinen Gruß und meinen Segen.“

„Geb't ihn ihm ſelbſt— hier iſt er!“ antwortete Konrad, und indem er ſich ſelbſt zurückzog, neigte ſich Ulrich an ſeine Stelle.

„Amadeus!“ ſagte dieſer in tieſſter Seele bewegt, „ich habe Euere Worte vernommen— die eigene Unruhe und Angſt trieben mich hierher— ich wäre längſt gekom⸗ men, wenn es möglich geweſen wäre!“ Er neigte ſein Haupt durch die Heffnung, der Schein der Lampe fiel voll auf ſein edles Antlitz.

Amadeus preßte dieſes Haupt zwiſchen ſeine beiden Hände und ſtarrte auf Ulrich.„Habe Dank, daß Du kommſt— ich wollte Dich nur einmal ſehen und meine Hand ſegnend auf Deinen Scheitel legen. Beim erſten Sehen, da Du meinen Roſenkranz zerriſſeſt, floh ich vor Dir, weil Du Ulriken glicheſt— mir war, als habe ich ihr Geſpenſt geſehen. Seitdem konnt' ich keine Ruhe fin⸗ den— alle Schmerzen und Wünſche, die ich ſeit länger als einem Jahrzehent mit mir ſelbſt in dieſen Mauern begraben wähnte, wachten in mir auf; damals war ich allerdings wie wahnſinnig— ich wüthete gegen mich ſelbſt